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Neuigkeiten von Uganda: Joseph berichtet

Nach meinem Aufenthalt in Deutschland bin ich Ende Januar nach Kampala zurückgekehrt. Mit den großzügigen Spenden habe ich unseren kleinen Schulbus verkauft und einen großen Van mit Allradantrieb für unsere kaputten, unebenen Straßen gekauft, mit dem ich nun  16 Kinder in die Cecilia Schule befördern kann.
Aus unserem Eukalyptuswald in Mayilikiti haben wir Holz für 3 Monate geschlagen, um genügend Holz für die Kochstelle zu haben.
Wir haben im August 2019 Mais gesät und im Februar eine Pflückmaschine für Mais ausgeliehen und 23 Säcke Mais (100 kg ) geerntet. Dieser Mais wurde in Nalukolongo gemahlen und ergab 19 Säcke Maismehl. Genug für das Schulessen der nächsten 5 Monate (Februar-Juni), 2 Schulsemester! Wir nehmen das Essen immer auf dem Boden sitzend ein. Gegessen wird mit den Fingern. Ich hoffe wir können für die Zukunft Esstische  für gemeinsame Mahlzeiten anschaffen.
Wir sind also sehr gut in das neue Semester gestartet, doch jetzt wird auch unser kleines und armes Land von COVID19 erfasst. Der 1. Fall wurde am 21. März diagnostiziert. Ein junger Ugander wurde rückkehrend von einer Geschäftsreise von Dubai positiv getestet. Bis heute Stand 25.3. hat sich die Zahl auf 14 erhöht! Die ersten bestätigten 9 Fälle sind angeblich alles Ugander, die sich in Dubai, den Vereinigten Arabischen Emiraten, infiziert haben.
Seit sich nun der Virus weltweit ausbreitet hat auch Uganda seine ersten Maßnahmen ergriffen und in den Schulen alle hygienischen Anforderungen sofort umgesetzt. Das Händewaschen mit entsprechenden Flüssigseifen. Die Kinder helfen sich gegenseitig. Nach der Bekanntgabe des 1. Falles wurde staatlich angeordnet, dass alle Schulen bis 20. April geschlossen werden.
Gleichzeitig wird der Flughafen gesperrt, Universitäten, Kirchen, Sportzentren, Restaurants, Bars, alles wird geschlossen und die Grenzen mit Polizei und Militär kontrolliert. Es gibt keine Märkte mehr. Die Familien kochen vorwiegend mit Mais und Reis. Wasser als Sauce! Gut wer einen eigenen Garten hat!  Im Bus dürfen nur 6 Menschen sein, am besten sie gehen zu Fuß.
Es herrscht große Angst vor dem Virus, denn die Menschen überlegen wie sie überleben und sich ernähren sollen, wenn sie zu Hause bleiben müssen! Alle Vorsichtsmaßnahmen werden allerdings positiv aufgenommen, es ist ruhiger auf den Straßen.
Das die Schulen geschlossen werden wird vielfach kritisiert weil die meisten Eltern weder tagsüber noch nachts zu Hause sind. Hier tummeln sich Kinder ungeschützt in den Dörfern und Städten.
Das Gesundheitsministerium hat gebührenfreie Telefonnummern freigeschaltet, damit die Menschen bei Verdacht auf den Virus anrufen können.
Die ärztliche Versorgung in Uganda ist sehr schlecht. Die Krankenhäuser haben nur eine geringe Ausstattung und medizinische Versorgung.  Eine große Anzahl der Ärzte verließen das Land in Länder in denen Ärzte gut bezahlt werden. Deshalb tritt hier an erste Stelle Polizei und Militär, um vielleicht Herr über die Lage zu werden.
Die meisten Menschen schauen und vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes, wenn eine Epidemie ausbricht, wie zuvor Ebola und andere Krankheiten wie Malaria und jetzt COVID19.

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